Translate

Cioran - Der Ketzer

Ein biographischer Essay (Gebundene Ausgabe)
von Patrice Bollon, Ferdinand Leopold

Kurzbeschreibung
Um Ciorans facettenreich geschliffenes, unruhig funkelndes Aphorismenwerk ist es still geworden. Spätestens seit dem Tod des Autors vor zehn Jahren, am 20. Juni 1995, droht die Auseinandersetzung mit den antisemitischen und hitlerfreundlichen Äußerungen des jungen Cioran die mit dem Werk zu überschatten. Patrice Bollons biographischer Essay über den »Ketzer« setzt an genau diesem Punkt ein. Statt Ciorans Jugendblindheit abzudrängen, zeigt Bollon, in welcher kulturellen und politischen Landschaft die frühen Artikel sowie jene verhängnisvolle Schrift über die »Verklärung Rumäniens« entstanden und wie Cioran sich in einer lebenslangen Auseinandersetzung mit ebendiesem Irrtum von den »blutigen Possen« der Utopie und von jedem Glauben zu befreien suchte – und so zu dem wurde, der er schließlich war: ein Meister der Klarheit, der Eleganz und der Gelassenheit. Bollons fundiertes, fesselnd geschriebenes Porträt bietet die beste Einführung in Leben und Werk Ciorans, der, am 8. April 1911 im rumänischen Rasinari als Sohn eines Popen geboren, 1937 nach Paris übersiedelte. Anknüpfend an die Tradition der französischen Moralisten, verarbeitete er die eigenen überschwenglichen Anfänge und Abgründe und wurde zu einem der bedeutenden Schriftsteller und Stilisten der französischen Sprache.

Ein vollendeter Pessimist
Patrice Bollons kenntnisreiche Studie über den Philosophen E.M. Cioran
Hans-Jürgen Heinrichs

Der Ketzer - Amazon Deutschland

Zersplitternde Gewißheiten

von Emile M. Cioran, Thomas Stölzel, Simone Stölzel

Kurzbeschreibung
Eine übersichtlich knappe, thematisch gegliederte, jeweils mit kurzen Einleitungen versehene Auswahl aus den Aphorismen und Essays, die das Lesebuch von Thomas und Simone Stölzel präsentiert, lädt zu einer ersten Bekanntschaft mit dem Werk des 1911 in Siebenbürgen geborenen und 1995 in Paris gestorbenen rumänischen Aphoristikers »auf den Gipfeln der Verzweiflung« - wie einer seiner Bände heißt - ein. »Meine Feigheit vorm Leben ist angeboren. Stets graute mir vor jeder Verantwortung, jeder Aufgabe - instinktive Abscheu vor allem, was mich nicht unmittelbar anging. Das Gegenteil von einem >Anführer<. Und wenn ich als junger Mensch oftmals Gott beneidete, war es nicht vielleicht darum, weil mir Gott, der über allem stand, als verantwortungslos schlechthin erschien?«

Autorenporträt Thomas Stölzel, geb.1964 in Nürnberg. Lebt in Freiburg. Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte. Dozent für Philosophie in der Erwachsenenbildung, Ausbildung und Mitarbeit in Systemischer Therapie. Veröffentlichte verschiedene Aufsätze, u.a. über Paul Valery, Dissertation 1998: "Rohe und polierte Gedanken. Studien zur Wirkungsweise aphoristischer Texte."
Broschiert: 187 Seiten
Verlag: Suhrkamp
Auflage: 1 (Juli 2002)
Sprache: Deutsch
ISBN: 3518397788

T. und S.Stölzel


Zersplitternde Gewißheiten - Amazon Deutschland


Um nichts in der Welt - Eine Liebe von Cioran

von Friedgard Thoma
Gebundene Ausgabe
Verlag: Weidle Verlag (2001)
ISBN: 3931135608

Kurzbeschreibung
Wenige Wochen später fuhr die junge Frau nach Paris, und es entstand eine Liebe und Freundschaft, die bis zu Ciorans Tod andauerte und in die später auch seine Lebensgefährtin eingebunden war. Mit ihr und Cioran verbrachte die Autorin 1981 zwei Wochen in Soglio, gemeinsam mit Freunden, darunter Hermann Burger. Später traf man sich zumeist in Paris, zuletzt besuchte sie Cioran in dem Heim, in dem er seinem Tod entgegendämmerte. Friedgard Thoma schildert ihr Verhältnis zu Cioran unter Einschluß des stets auf deutsch geschriebenen Briefwechsels der beiden. Es entspinnt sich die alte und immer wieder neue Geschichte vom alten Mann und dem schönen Mädchen: Sie liebt den Geist des alten Philosophen und er die Vitalität und Schönheit der jungen Frau. Nur wird die Geschichte hier ausnahmsweise vom "schönen Mädchen" erzählt, was ihr eine neue Dimension abgewinnt. Man bekommt ein Stück von jener "Lebensmechanik" zu fassen, die solche Beziehungen lenkt, und erfährt manch Überraschendes aus dem Leben eines Philosophen, der nicht unbedingt für seine Lebensfreude bekannt ist.

..."Als mir Cioran 1989 die deutsche Übersetzung seines rumänischen Erstlingswerk Auf den Gipfeln der Verzweiflung schickte, schrieb er in ein klein wenig fehlerhaften Deutsch hinein: Hatte ich nicht in meiner Jugend dies Geheuel produziert, seit lange hätte ich die Bühne verlassen. Da er sie nicht verlassen hatte, blieb er immerfort mit der Todeswunde auf der Bühne liegen und heulte - aber er hat einen Gesang daraus gemacht..."...

Ein verführbarer Skeptiker
Amine Haase

Liebe - was immer darunter zu verstehen ist
Susanne Gabriel

Vom Glück bedroht

Friedgard Thoma: Um nichts in der Welt. Eine Liebe von Cioran
Max Lorenzen

Cioran und Thoma - alter Mann und junge Frau - Ein E-Mail-Disput zwischen Verleger und Kritiker
Stefan Weidle und Frank Müller

Eitle Gedankenkosmetik - E. M. Cioran und Friedgard Thoma
Frank Müller

Letzte Liebe - Friedgard Thoma
Arno Widmann




Um nichts in der Welt - Eine Liebe von Cioran - Amazon Deutschland

Unheiliger Cioran

Unheiliger Cioran
Ein kritischer Versuch von Thomas Stölzel

«Begegnungen mit E. M. Cioran» – so lautet der vielversprechende Untertitel zu einem unlängst erschienenen Büchlein über den rumänisch-französischen Aphoristiker und Essayisten, der eigentlich Emilian M. Cioranescu hiess und sich selbst, als Autor, auf den prekären Status eines «Säulenheiligen ohne Säule» festlegte. – Die zwei Begegnungen, von denen der deutsche Philosoph Thomas Stölzel berichten kann, fanden im Sommer 1992 in Paris statt; sie beschränkten sich auf einen knappen Wortwechsel – par hasard – in einer Buchhandlung und auf ein eher banales Tischgespräch in Ciorans damaliger Wohnung. Die Rekapitulation der Gespräche benötigt denn auch, naturgemäss, nur ein paar wenige Druckseiten, und was Stölzel im weitern mit aufwendiger Rhetorik vor dem Leser ausbreitet, ist nicht viel mehr als eine kommentierte Zitatcollage aus andern Gesprächen, die Cioran mit andern Partnern geführt hat (und die alle bereits auch in deutscher Übersetzung greifbar sind), angereichert durch kurze Werkauszüge, anhand deren insbesondere die persönliche Integrität des Autors kritisch überprüft, bisweilen auch in Zweifel gezogen wird.

Ständig schwankend zwischen Bewunderung und dezidierter Abneigung, reiht Stölzel seine Paragraphen aneinander – biographische Momentaufnahmen und physiognomische Fragmente, Hinweise auf Themen und Motive, auf literarische Formen und Verfahren, auf philosophische Quellen und Einflüsse, nicht zuletzt auch auf Widersprüche zwischen Werk und Leben, zwischen Form und Inhalt, jedoch ohne den Widerspruch als provokative Denkfigur zu reflektieren oder weiterzudenken. Es bleibt bei der Aufzählung und Deskription längst bekannter Tatsachen, um nicht zu sagen – Gemeinplätze. Das meiste wird bloss angetippt, mit Lob oder Tadel abgefertigt, dann abgehakt; eine «Begegnung», die als Auseinandersetzung für den Leser von Interesse wäre, findet nicht statt. Da Ciorans Text durchweg als ein Dokument autotherapeutischer Schreibarbeit verstanden, mithin missverstanden wird, vermag er letztlich nicht über sich selbst hinauszuweisen, verflacht zum narzisstischen Monolog. Stölzel bleibt dabei: «Was Cioran mit seinem karpatisch-kathartischen Schreib- und Denkstil an sich betrieb und vorführte, könnte man auch als eine höchst eigenwillige Form der Autopsychoanalyse bezeichnen.» Und demzufolge wird nicht der Text als das gelesen, was dasteht, vielmehr der Autor als der, der im Text sich widerspiegelt.

Durchaus diskutabel sind im übrigen Stölzels kritische Hinweise auf metaphysischen Schwulst und metaphorischen Kitsch beim jungen Cioran, auf seinen «misogynen Extremismus» und andere reaktionäre Konstanten seines Denkens. Den bekannten Vorwurf, wonach Cioran mit dem Nationalsozialismus sympathisiert habe und vorübergehend gar als «Barde des Führers» publizistisch tätig gewesen sei, greift auch Stölzel andeutungsweise auf, ohne dazu irgendwelche neuen Erkenntnisse oder Belege beizubringen. Dass der einzelgängerische «Karpaten-Buddhist» auch damals noch unter dem bestimmenden Einfluss des russisch-jüdischen Philosophen Lew Schestow stand, bleibt ebenso unerwähnt wie seine frühe literarische Prägung durch Wassili Rosanow.

Der «Säulenheilige ohne Säule» wird in Stölzels Darstellung wohl etwas vorschnell auf die unheilige Existenzform eines misanthropischen Zweckpessimisten redimensioniert, und zu offenkundig ist die Tendenz des Autors, bei Cioran das Werk am Leben, den Stil an der Person zu messen und dieses inadäquate Verfahren auch noch zur Grundlage entsprechender Wertungen zu machen. «Wenn Cioran Entsprechendes, so oder ähnlich, erlebt hat, dann ist er eigentlich noch stärker als der Leser zu bedauern, denn dieser kann sich – denn wer könnte hier verweilen? – wenigstens abwenden.» So verquält wie dieser unsägliche Satz ist Stölzels Verhältnis zu Cioran insgesamt, seine Begegnung, sein Gespräch mit ihm – ein acte gratuit.

Felix Philipp Ingold
Neue Zürcher Zeitung

Ein Säulenheiliger ohne Säule

von Thomas Stölzel

Kurzbeschreibung
"Bevor die Furie des Verschwindens auch den letzten großen Anti-Systematiker des französischen Denkens unter ihre Räder gebracht hat, erinnert ein kleines, sehr lesenswertes Buch an E. M. Cioran." (Michael Krüger in Die Woche)Thomas Stölzel hat - nach einem zufälligen Aufeinandertreffen auf der Straße - Emile Cioran einige Male in dessen letzten Jahren besucht. Seine Schilderungen dieser Begegnungen und Gespräche sind ein ebenso stimmungsvolles wie genaues Porträt der Stadt und ihres Bewohners: der deutsche Besucher registriert ein bestimmtes intellektuelles Klima in Paris, vor dem und in dem sich die Persönlichkeit des rumänischen Philosophen und Dichters erst richtig entfaltet. In Cafes und in seiner Wohnung in der Rue de l'Odeon spricht Cioran über Celan, über seine Bücher, über Frankreich, das "Balkanesische", und in all dem entsteht das lebendige Bild eines bemerkenswerten, widersprüchlichen und faszinierenden Geistes. "Kann man Cioran etwas Schlimmeres antun als ihn verstehen (begreifen, erklären) zu wollen? Schwerlich. Er selbst hielt das vermeintlich erfolgreiche Bemühen um Verständnis für das Schlimmste, was einem Autor widerfahren könne." Stölzel erspart sich, seinen Lesern und Cioran dieses Unglück und beschreibt die Geschichte der Etikettierungen, mit denen man Cioran im Lauf der Jahrzehnte versehen hat, mit mildem Spott - und läßt im übrigen den Dichter-Philosophen selbst zu Wort kommen.Thomas Stölzel, geb.1964 in Nürnberg. Lebt in Freiburg. Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte. Dozent für Philosophie in der Erwachsenenbildung, Ausbildung und Mitarbeit in Systemischer Therapie. Veröffentlichte verschiedene Aufsätze, u.a. über Paul Valery, Dissertation 1998: "Rohe und polierte Gedanken. Studien zur Wirkungsweise aphoristischer Texte."

Autorenportrait
Thomas Stölzel, geb.1964 in Nürnberg. Lebt in Freiburg. Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte. Dozent für Philosophie in der Erwachsenenbildung, Ausbildung und Mitarbeit in Systemischer Therapie. Veröffentlichte verschiedene Aufsätze, u.a. über Paul Valery, Dissertation 1998: "Rohe und polierte Gedanken. Studien zur Wirkungsweise aphoristischer Texte."

"Bevor die Furie des Verschwindens auch den letzten großen Anti-Systematiker des französischen Denkens unter ihre Räder gebracht hat, erinnert ein kleines, sehr lesenswertes Buch an E. M. Cioran." (Michael Krüger in Die Woche) Thomas Stölzel hat - nach einem zufälligen Aufeinandertreffen auf der Straße - Emile Cioran einige Male in dessen letzten Jahren besucht. Seine Schilderungen dieser Begegnungen und Gespräche sind ein ebenso stimmungsvolles wie genaues Porträt der Stadt und ihres Bewohners: der deutsche Besucher registriert ein bestimmtes intellektuelles Klima in Paris, vor dem und in dem sich die Persönlichkeit des rumänischen Philosophen und Dichters erst richtig entfaltet. In Cafes und in seiner Wohnung in der Rue de l'Odeon spricht Cioran über Celan, über seine Bücher, über Frankreich, das "Balkanesische", und in all dem entsteht das lebendige Bild eines bemerkenswerten, widersprüchlichen und faszinierenden Geistes. "Kann man Cioran etwas Schlimmeres antun als ihn verstehen (begreifen, erklären) zu wollen? Schwerlich. Er selbst hielt das vermeintlich erfolgreiche Bemühen um Verständnis für das Schlimmste, was einem Autor widerfahren könne." Stölzel erspart sich, seinen Lesern und Cioran di eses Unglück undbeschreibt die Geschichte der Etikettierungen, mit denen man Cioran im Lauf der Jahrzehnte versehen hat, mit mildem Spott - und läßt im übrigen den Dichter-Philosophen selbst zu Wort kommen.

Ein Säulenheiliger ohne Säule - Amazon Deutschland